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Buch: Wie man liebt, ohne (sich) zu verlieren

19,95 EUR

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Art.Nr.: CAV-038
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Autor: Rolf Arnold

Wie man liebt, ohne (sich) zu verlieren 29 Regeln für eine kluge Beziehungsgestaltung

Überraschen Sie Ihren Partner!

Die Liebe ist eine Himmelsmacht, behauptete schon Johann Strauss. Aber auch ihre „soziale Macht“ ist nicht zu unterschätzen: Liebe führt Menschen zusammen oder treibt sie auseinander, lässt Familien entstehen oder zerbrechen.

Dass sich mit Rolf Arnold ein Erziehungswissenschaftler mit Liebe befasst, ist nur auf den ersten Blick überraschend. Schließlich ist die Fähigkeit, Bindungen einzugehen, eine grundlegende Kompetenz des Menschen für eine gelingende Entfaltung in seinen persönlichen und sozialen Bindungen. Durch Selbstreflexion, Einsicht und Übung lässt sich diese Kompetenz erwerben, fördern und ausbauen. Und dazu können Erziehungswissenschaft und Pädagogik einiges beitragen.

Arnold verbindet seine Einschätzungen und Vorschläge zur Beziehungsgestaltung mit Erkenntnissen aus der Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Paarforschung. In Form von 29 klugen Regeln gibt er konkrete Hinweise und Anregungen, die es fast unmöglich machen, die eigenen Liebesbeziehungen nicht zu verändern und zu vertiefen.

240 Seiten, Kt, 2014
19,95 €

ISBN 978-3-8497-0038-6


Inhaltsverzeichnis:

Vorwort
Einführung

Regeln für eine kluge Beziehungsgestaltung


Regel 1: »Drum prüfe, wer sich ewig bindet ...«, an welchen inneren Bildern von Nähe, Zusammengehörigkeit und Verantwortung er sich orientiert!

 

Regel 2: Sehen Sie die anfängliche Euphorie als Inszenierung Ihres Traums und nicht als den Maßstab für die Liebe!


Regel 3: Gönnen Sie Ihrer Interpretation einen Schuld(en)schnitt! Übernehmen Sie die Verantwortung für die Irritationen und Schwierigkeiten in Ihrer Beziehung!


Regel 4: Wer eine Beziehung eingeht, muss nicht nur seine Grenzen, sondern auch seine eigene Begrenztheit kennen. Vermeiden Sie Vorwürfe!


Regel 5: Checken Sie den Sprachstil in Ihrer Partnerschaft und üben Sie die Beziehungssprache!


Regel 6: Verstehen ist zwar nicht möglich, will aber gelernt sein. Üben Sie die bezogene Kommunikation!


Regel 7: Wenn das Gegenüber sich verschließt: Meide die Metakommunikation und lerne lieber anzuklopfen!


Regel 8: Vergessen Sie die Liebe nicht! Meiden Sie die Unmittelbarkeitsfalle und meditieren Sie sich in das Herz des geliebten Menschen!


Regel 9: Meiden Sie in Beziehungskonflikten die Eskalation, bleiben Sie strategisch besonnen und schützen Sie das Porzellan Ihrer Beziehung!


Regel 10: Versuchen Sie, in Ihrer Beziehung der zu werden, der Sie sein können!


Regel 11: Lieben will gelernt sein. Bearbeiten Sie die drei Grundlektionen des Love-Science-Curriculums!


Regel 12: Nicht (nur) andere sind schwierig, auch Sie selbst! Vermeiden Sie deshalb die therapeutische Anmaßung im Blick auf Ihr Gegenüber!


Regel 13: Üben Sie den Ausstieg aus destruktiven Debatten und perfektionieren Sie die Schubumkehr des Reagierens!


Regel 14: Perfektionieren Sie Ihre Fähigkeiten zur Umdeutung, lernen Sie die selbsterfüllende Kraft des Unterschieds kennen und freunden Sie sich mit ihm an!


Regel 15: (Ver)suchen Sie noch oder vertiefen sie schon?

Folgen Sie der Sympathie und fallen Sie nicht »aus der Liebe«!


Regel 16: Gelassenheit ist nicht lässig, aber stärkend. Vertiefen Sie die Sympathie in Ihrer Beziehung durch die ruhige Kraft der Besonnenheit!


Regel 17: Lernen Sie die Sprache der Wirkungsfügung und üben Sie Formen der interdependenten Ansprache!


Regel 18: Sag niemals nie – auch wenn du niemals wieder »nie« sagen willst! Übe die Negationsnegation!


Regel 19: Fühlen will gelernt sein! Suchen Sie die Gründe für Ihre Gefühle nicht im Gegenüber, sondern in sich selbst!


Regel 20: Überraschen Sie Ihr Gegenüber durch eine elegante Kommunikation!


Regel 21: Bevor Sie sich trennen: Unterziehen Sie Ihre Gründe einem detaillierten Selbstverantwortungs-Check und (be)achten Sie das Gegenüber!


Regel 22: Flüchten oder Standhalten? Lernen Sie, das Vermeiden zu vermeiden!


Regel 23: Liebe ist eine besonders intensive Form der wechselseitigen Anerkennung – der Kraft, die Zusammenhalt stiftet. Üben Sie das Anerkennen!


Regel 24: Finden Sie heraus, wer sie sind, und wenn ja, wie viele!


Regel 25: Fragen Sie nicht, was die Liebe für Sie tun kann, sondern fragen Sie sich, was Sie für die Liebe tun können!


Regel 26: Wo bleibe ich? Üben Sie sich in der Kunst einer nichtnarzisstischen Positionsbestimmung!


Regel 27: Lernen Sie den Umgang mit destruktiven Emotionen und führen Sie den Fünf-Finger-Check durch!


Regel 28: Was immer Sie (in Ihrer Beziehung) tun, handeln Sie klug und bedenken Sie das Ende!


Regel 29: Lassen Sie das Regelhafte hinter sich und leben Sie die Kunst der klugen Beziehungsgestaltung!


Nachwort:

Nützen Regeln?

Vom Sinn und Unsinn einer geregelten Liebe

 


Über den Autor  
Rolf Arnold


Rolf Arnold, Prof. Dr., Professor für Pädagogik; Wissenschaftlicher Direktor des Distance and Independent Studies Centre (DISC) an der TU Kaiserslautern; systemischer Berater im nationalen und internationalen Rahmen. Schwerpunkte: Berufs- und Erwachsenenbildung, Systemische Pädagogik, Emotionale Bildung, Führungskräftebildung und Interkulturelle Bildung. Lehrtätigkeiten an den Universitäten Bern, Heidelberg und Klagenfurt sowie an der Pädagogischen Hochschule Luzern. Veröffentlichungen u. a.: Aberglaube Disziplin (2007), Ich lerne, also bin ich (2. Auflage 2012), Seit wann haben Sie das? (2. Auflage 2012), Wie man ein Kind erzieht, ohne es zu tyrannisieren – 29 Regeln für eine kluge Erziehung (2. Auflage 2014).

Leseprobe:
Wie man liebt, ohne (sich) zu verlieren

29 Regeln für eine kluge Beziehungsgestaltung


Nachwort: Nützen Regeln?

Vom Sinn und Unsinn einer geregelten Liebe


Frage:
Sie befassen sich mit der wohl engsten Form menschlicher Beziehungen: der Liebe. Dabei referieren Sie Konzepte und Ergebnisse der Hirnforschung sowie der psychotherapeutischen Paarforschung und empfehlen schließlich 29 Regeln für eine kluge Beziehungsgestaltung. Kann man Beziehungen in dieser Weise tatsächlich »regeln«? Ist die Liebe zwischen zwei Menschen nicht spontan und geheimnisvoll und sollte dies auch bleiben? Sperrt sich die Liebe nicht gegen eine solche fast instrumentelle Sicht?

Arnold: Sicherlich wirkt es auf den ersten Blick überraschend, wenn nicht gar anmaßend, wenn man glaubt, die Frage des Gelingens von Beziehungen in 29 Regeln abbilden zu können. Gleichwohl ist andererseits aber auch nicht zu übersehen, dass Menschen in ihren Beziehungen häufig in ähnlichen und vermeidbaren Verstrickungen straucheln, da sie unvorbereitet und deshalb blauäugig Beziehungen eingehen und von den Partnerinnen und Partnern etwas erwarten, was diese gar nicht

leisten können und auch nicht sollten. Viele Menschen sind Analphabeten in emotionalen Dingen. Dies muss nicht so bleiben, denn wir können verstehen, was sich in uns belebt, wieder entsteht und uns treibt, wenn wir lieben, Beziehungen eingehen und Familien gestalten. Hier etwas Klarheit zu liefern und zu einer wirksamen Selbstreflexion einzuladen ist das Ziel meines Buches.

Meine »Regeln« sind keine »Rezepte«, sondern Aufforderungen zur Selbstreflexion und Selbstveränderung.Deshalb habe ich in einem ähnlichen Buch für Führungskräfte

eine Regel formuliert, die da lautet: »Misstrauen Sie Regeln und erforschen Sie Ihre eigene Regelhaftigkeit!« (Arnold 2012c, S. 134 ff.).
Auch für die Beziehungsfähigkeit gilt m. E.: 
Man kann Beziehungen wirksamer und erfolgreicher gestalten, wenn man sich in der Verbesserung der eigenen Wahrgebung übt und es dem Gegenüber leichter macht, indem man es nicht

mit Erfahrungen aus der eigenen Vergangenheit verwechselt.


Frage:
Geht es Ihnen somit letztlich um die Entwicklung einer Technologie der Liebe?

Arnold: So kann man das nicht sagen. Gleichwohl gebe ich zu, dass es schon um die Nutzbarkeit und Einsetzbarkeit der Empfehlungen geht, die wir aus den zahlreichen Erkenntnissen der sozialwissenschaftlichen Forschung heraus entwickeln können. Meine Einschätzung zur Frage des »Technologiedefizits der Pädagogik« (Luhmann u. Schorr 1979), wie man es der Pädagogik immer mal wieder vorgeworfen hat, ist folgende:
Pädagogik kann keine Technologie, wohl aber eine Selbsttechnologie stiften.
Eine Technologie beinhaltet die Vorstellung, dass ein Akteur an einem Gegenstand oder – wie im Falle in einer sozialen Beziehung – an einem Gegenübersystem eine mehr oder weniger sicher kalkulierbare Veränderung erzielen kann. Dies ist in Anbetracht der Kontingenz eines Wirkungsgefüges des Sozialen nicht möglich. Entsprechend »technologisch« ansetzende Strategien oder Instrumentarien gehen deshalb in die Irre. Ganz anders die Selbsttechnologie: Ihre Nutzung bleibt in der Verantwortung des jeweiligen Akteurs, der sie in Anspruch nehmen und ihr folgen kann oder nicht. Selbsttechnologien sind Methoden, Algorithmen und Tools, deren Einsatz und Nutzung in der Verantwortung des Einzelnen bleiben – so meine Einschätzung.


Frage:
Gleichwohl bleibt doch die Gefahr einer Vereinfachung angesichts der komplexen Verschränkung von Eigenem und Fremdem, mit der wir es in den menschlichen Beziehungen und im sozialen Handeln zu tun haben?

Arnold: Ich glaube nicht, dass die Komplexität des Sozialen größer ist als die, mit der wir es bei der Gestaltung von technischen Lösungen zu tun haben. Das Soziale ist nicht bloß weniger berechenbar und vorhersagbar, wir sind zudem selbst innigst mit ihm verwoben, denn wir sind selbst Teil der Beziehungen, in denen wir leben. Gleichwohl gibt es Einsichten zu den Wirkungsmechanismen des Sozialen, die man nüchtern studieren kann und die uns auch Hinweise zu der Frage geben, was man tun oder besser lassen sollte, wenn man darum bemüht ist, tragfähige Beziehungen, wie z. B. eine Liebesbeziehung, zu gestalten. Mein Anliegen ist es, diese Einsichten verständlich aufzubereiten und zu handhabbaren Empfehlungen zu verdichten. Diese sind prägnant, aber nicht immer leicht verdaulich, und sie haben einen hypothetischen Status, d. h., sie sind aus Empirie gewonnen – u. a. aus den Studien der bereits

erwähnten Hirnforschung und Paarforschung, aber auch aus unterschiedlichen Kontexten einer sozialwissenschaftlichen Erforschung unseres Denkens, Fühlens und Handelns sowie aus eigener experimenteller Praxis. Dabei fühle ich mich dem Ansinnen der Züricher Wissenschaftlerin und Therapeutin Verena Kast verbunden, die einmal sinngemäß feststellte, dass es angesichts der Verunsicherungen, mit denen Menschen in der modernen Risikogesellschaft täglich konfrontiert seien, völlig unverständlich sei, wieso man nicht bereits im Schulcurriculum die Nachwachsenden auf die Formen eines beziehungsstiftenden Umgangs mit sich selbst und anderen vorbereite, wie sie u. a. die Psychotherapieforschung bereithalte. Dies ist eine sehr berechtigte Frage, und in diesem Sinne geht es mir um eine Fortsetzung der Aufklärung auf emotionalem Niveau. Um es klar zu sagen:

Moderne Gesellschaften benötigen eine Art Beziehungskunde, in der die nachwachsende Generation – präventiv – auf die in menschlichen Beziehungen zutage tretenden Mechanismen und Verhakungen vorbereitet wird, indem sie Techniken übt, wie man Beziehungen wirksamer gestalten und entwickeln kann und wie man in diesen selbst zu reifen vermag.


Frage: Wie kommen Sie als Erziehungswissenschaftler zu einem solchen pragmatischen Ansinnen? Üblicherweise sperrt sich doch gerade die erziehungswissenschaftliche Forschung gegen solche Eindeutigkeit – oft mit dem Hinweis garniert, dass das menschliche Handeln zu vielfältig motiviert sei, um z. B. Erziehern oder Führungskräften wirklich hilfreiche Anregungen oder gar Empfehlungen geben zu können, möchte man nicht ein stereotypes Verhalten durch ein anderes ersetzen. Das Einzige, was verantwortbar sei, sei deshalb die gründliche Vorbereitung von professionellen Fachkräften, um diese zu befähigen, in konkreten Lagen jeweils situationsadäquat handeln zu können. Aber sind wir nicht in Liebesdingen als Menschen und nicht als Fachkräfte gefragt?

Arnold: Im Prinzip stimme ich der von Ihnen erwähnten erziehungswissenschaftlichen Skepsis durchaus zu, obgleich ich selbst oft den Eindruck habe, als würden einige meiner Kollegen mit solchen Argumenten eine unnötig große Distanz zu den

Niederungen der Praxis wahren. Es stimmt m. E. auch, dass wir Beziehungsfähigkeit nicht in Studiengängen entwickeln können, da diese eine Alltagskompetenz der Menschen ist; aber wir können sie üben. Auch Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler gestalten in ihrem eigenen Leben nicht allein deshalb gelingendere Beziehungen, nur weil sie Sozialwissenschaftler sind.
Beziehungsfähigkeit reift durch Selbstreflexion und Selbstveränderung – so die Botschaft meines Buches. Was mein pragmatisches Bemühen anbelangt, so bin ich schon ziemlich sicher, dass meine Regeln nicht zu stereotyper Reaktion, sondern zur Selbstreflexion anstiften, wie ich auch aus zahlreichen eigenen Versuchen mit solchen Regeln weiß. Diese Regeln standardisieren ja lediglich mögliche Wege, um sich mit
sich selbst in Verbindung zu bringen, ohne dass sie sagen, was man dabei wohl finden wird. In dieser Form ist eine Technologie auch in sozialen Wirkungszusammenhängen möglich und auch zulässig, wenn diese in eine reflexive Bewegung eingebettet ist – ähnlich, wie dies C.  Otto Scharmer mit seinem »Presencing« versucht, welches er als
eine »soziale Technik« definiert (Scharmer 2011).


Frage: Berichten Sie von diesen eigenen Versuchen! Mir scheint, dass Sie aus diesen eine gewisse empirische Rechtfertigung für Ihre Vorschläge beziehen.

Arnold: Ja, das ist schon so: Die hier vorgestellten »Regeln« und »Tools« wurden nicht am grünen Tisch entwickelt, sondern sie entstammen fast ausschließlich der eigenen Workshop- und Beratungstätigkeit, wie wir sie seit vielen Jahren mit Führungs- und Lehrkräften in unterschiedlichen Kontexten durchführen. Bei diesen geht es zunächst niemals um die Liebe, aber wir tangieren diesen Bereich eigentlich stets in dem Augenblick, wenn wir die Beziehungsfähigkeit der Akteure in den Blick nehmen. Dann werden selbst vordergründig nüchterne Anliegen, wie z. B. das eigene
Verhalten in Konflikten, plötzlich sehr persönlich, und ehe man es sich versieht, befindet man sich inmitten der sehr existenziellen Fragen nach Liebe, Anerkennung und Geborgenheit usw., die bisweilen in eigenen Coachings begleitend vertieft werden.

 

Es sind also keine im engeren Sinne psychotherapeutischen, sondern führungs- und erwachsenenpädagogische Situationen, aus denen heraus ich berichte – eine, wie ich meine, vielleicht nicht ganz unwichtige Ergänzung zu den vorherrschenden Debatten:
Die Frage nach der gelungenen Beziehung ist eine Alltagsfrage, die überwiegend außerhalb der therapeutischen Kontexte die Menschen umtreibt: im Alltag, in misslingenden Führungskonflikten oder in auswegslosen Lagen mit »schwierig« erscheinenden Menschen. Möglicherweise können diese Nebeneingänge zur Frage der
Beziehungsgestaltung eine größere Breitenwirkung entfalten als ein Zugang, der immer noch als pathologisierend erlebt wird. Meine Erfahrung ist: Menschen sprechen von sich aus die Alltagsfragen ihrer Beziehungsgestaltungen an, wenn sie unter harmloseren Themenstellungen zusammenkommen. In solchen Situationen ist es

leichter, Beziehung zu thematisieren und zu üben, da – wie gesagt – diese Frage in vielem drinsteckt, was uns mit den anderen verbindet. Dies ist der Unterschied zwischen meinem Ansatz und den Bemühungen der Familien- und Paartherapie:

Die Pädagogik ist prophylaktisch-aufklärend ausgerichtet, während die therapeutischen Ansätze vornehmlich kurativ-heilend ausgerichtet sind. Die Pädagogik befasst sich zudem mit Störungen vor dem Hintergrund einer gelingenden Lebensgestaltung, während die Psychotherapie die Gelingensfragen vor dem Hintergrund gestärkter Ich- und Beziehungsentwicklungen thematisiert.


Frage: Verstehe ich Sie richtig, dass sich eine Pädagogik der Beziehungsgestaltung eigentlich mit dem großen Thema der Vorbereitung auf eine gelingende Lebensgestaltung bezieht, mithin auch breiter wirkt, als es eine kurative Krisenbewältigung leisten kann?

Arnold: Ja, ich sehe dies durchaus in diese Richtung, und was Sie anfragen, hat auch viel mit einem zeitgemäßen Konzept von Allgemeinbildung zu tun: Die Allgemeinbildung, wie sie als Idee im 18. Jahrhundert entstand, ist vom Ansatz her eine Bildung für die Allgemeinheit. Dieser Perspektive liegt nicht nur ein hoher
demokratischer Anspruch, sondern auch eine große Pragmatik zugrunde.
Bildung sollte ihren exklusiven Charakter verlieren und sich den Belangen der breiten Bevölkerungsschichten zuwenden. Damit ist die Lebens- und Beziehungspraxis der Menschen zumindest im Fokus, selbst wenn die Lehrpläne und Curricula der Schulen diesen Fokus noch nicht glaubwürdig aufgegriffen und didaktisch realisiert haben. Hier stehen wir immer noch am Anfang – auch in der Pädagogik, der Wissenschaft von der Bildung und Erziehung des Menschen. Ein Kollege sprach deshalb von den »verborgenen Gefühlen der Pädagogik« (Buddrus 1992), was vielleicht etwas überspitzt ausgedrückt, aber nicht ganz unzutreffend ist.

Frage: Sie schlagen demnach eine Veränderung der Bildungs- und Erziehungspraxis in den Schulen, aber wohl auch in den Familien vor? Können die Lehrkräfte und die Eltern denn wirklich den damit verbundenen Ansprüchen gerecht werden?

Arnold: Eine sehr berechtigte Frage. Sicherlich spricht einiges dagegen, andererseits beobachten wir seit einigen Jahren das Erstarken einer systemischen Pädagogik, an deren Entwicklung wir selbst kräftig mitwirken (vgl. Arnold u. Arnold-Haecky 2009). Diese stellt nicht nur die entschiedenen Formen des Umgangs mit Erziehungsproblemen infrage, sie rückt auch die Persönlichkeit des Handelnden neu in den Blick. Viele Lehrkräfte, aber auch Väter und Mütter, lassen sich dabei auf neue Formen des Umgangs mit sich selbst und ihren Kindern bzw. Schülern ein. Dafür stellen sie ihre vertrauten Gewissheiten infrage und suchen nach neuen Formen eines Denkens und Fühlens »vom anderen her«, und es gibt bereits auch zahlreiche Lehrertrainings, die diese Suche nach einer systemischen Professionalität unterstützen.


Frage:
Wenn es stimmt, dass die Persönlichkeit der Menschen bereits bis zum dritten oder fünften Lebensjahr weitgehend grundgelegt ist, dann steht die familiäre Erziehung und mit ihr die Erziehungswissenschaft im Fokus. Was wissen wir heute über die Erziehungsformen, in denen auch die Grundlagen der Beziehungsfähigkeit reifen können?

Arnold: Dieser Hinweis ist von zentraler Bedeutung,


Anzahl:



Diesen Artikel haben wir am Freitag, 30. Oktober 2015 in unseren Katalog aufgenommen.

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