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Die Narben der Gewalt

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Art.Nr.: JV-525
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Herman, Judith
Die Narben der Gewalt
Traumatische Erfahrungen verstehen und überwinden
Originaltitel: Trauma and Recovery

3. Auflage, 2010.08.05
400 Seiten, Kartoniert
Format: 14.0 x 21.5cm
ISBN: 3-87387-525-X

Reihe >>Konzepte der Psychotraumatologie<< Herausgegeben von Arne Hofmann, Luise Reddemann, Ursula Gast Dieses Buch ist die Frucht von zwanzig Jahren Forschung und praktischer Arbeit mit Opfern von sexueller und häuslicher Gewalt und spiegelt auch die vielfältigen Erfahrungen mit zahlreichen anderen traumatisierten Patienten wider, vor allem mit Kriegsveteranen und Opfern von politischem Terror. Es ist ein Buch über die Wiederherstellung von Verbindungen: Verbindungen zwischen öffentlichen und privaten Welten, zwischen Individuum und Gesellschaft, zwischen Mann und Frau. Es ist ein Buch über Gemeinsamkeiten: zwischen Vergewaltigungsopfern und Kriegsveteranen, zwischen mißhandelten Frauen und politischen Gefangenen, zwischen den Überlebenden der riesigen Konzentrationslager, errichtet von Tyrannen, die über Völker herrschten, und den Überlebenden der kleinen, versteckten Konzentrationslager, errichtet von Tyrannen, die über ihre Familie herrschen. Wer Furchtbares durchlebt hat, leidet unter bestimmten vorhersehbaren psychischen Schäden. Das Spektrum traumatischer Störungen reicht von den Folgen eines einzigen überwältigenden Ereignisses bis zu den vielschichtigen Folgen lang anhaltenden und wiederholten Mißbrauchs. Gängige diagnostische Kategorien, insbesondere die häufig bei Frauen diagnostizierten schweren Persönlichkeitsstörungen, berücksichtigen im Allgemeinen zu wenig, was es bedeutet, wenn ein Mensch zum Opfer geworden ist. Im ersten Teil des Buches wird das Spektrum menschlicher Reaktionen auf traumatische Ereignisse beschrieben, im zweiten Teil wird der Verlauf des Heilungsprozesses geschildert und ein neues Konzept für die Psychotherapie von traumatisierten Patienten entwickelt. Aussagen von Opfern und Fallbeispiele aus der umfangreichen Literatur illustrieren die Besonderheiten traumatischer Störungen und die Prinzipien der Behandlung. Dieses Buch gehört in den USA seit Jahren zu den wichtigsten und zugleich erfolgreichsten Büchern aus dem Bereich der Psychotraumatologie. Die deutschsprachige Ausgabe war zuerst bei Kindler erschienen.

 

LESEPROBE

 
Aus dem Nachwort "Die Dialektik des Traumas setzt sich fort"

Beim Schreiben des Buches Die Narben der Gewalt hatte ich mir die Aufgabe gestellt, die gesammelten Erkenntnisse der vielen Kliniker, Forscher und politischen Aktivisten zusammenzufassen, die von den psychischen Auswirkungen von Gewalt Zeugnis abgelegt hatten. Außerdem wollte ich einen Überblick über das im Laufe des vergangenen Jahrhunderts immer wieder vergessene und wiederentdeckte Wissen zur Trauma-Thematik referieren. Ich vertrete in meinem Buch die Auffassung, daß die Auseinandersetzung mit psychischen Traumata in ihrem Wesen ein politisches Unterfangen ist, weil sie sich mit der Erfahrung unterdrückter Menschen beschäftigt. Ich habe damals vorausgesagt, daß unser Tätigkeitsbereich auch weiterhin von Kontroversen geprägt sein werde, ganz gleich, wie solide er durch empirische Erkenntnisse untermauert würde, da die historischen Kräfte, die in der Vergangenheit dafür gesorgt hätten, daß wichtige Entdeckungen dem Vergessen anheimgefallen seien, weiterhin in der Welt wirken würden.
In den Jahren, die seit dem Erscheinen der Originalausgabe dieses Buches vergangen sind, ist die Zahl der Gewaltopfer um Millionen angeschwollen. Die unfaßbaren Greueltaten, denen ganze Gemeinschaften in Kriegen in Europa, Asien und Afrika ausgesetzt waren, haben die Welt auf die verheerende Wirkung von Gewalt aufmerksam gemacht und vielen Menschen zu Bewußtsein gebracht, daß psychische Traumata tatsächlich ein weltweites Phänomen sind. Gleichzeitig ist mit dem weitgehenden Verschwinden der Unterscheidung zwischen Zivilisten und Kombattanten im Krieg der politische Charakter der Gewalt gegen Frauen und Kinder deutlicher erkennbar geworden. Die abscheuliche systematische Nutzung der Vergewaltigung als Mittel der Kriegsführung in vielen Teilen der Welt hat vielen das Ausmaß der Entsetzlichkeiten zu Bewußtsein gebracht. Dies hat dazu geführt, daß Vergewaltigungen heute international als Menschenrechtsverletzung gelten und daß Verbrechen gegen Frauen und Kinder (zumindest in der Theorie) als ebenso schwerwiegend wie andere Kriegsverbrechen angesehen werden.

In den USA wurde durch eine Anzahl umfassender Gemeindeuntersuchungen gezeigt, daß sogar in Friedenszeiten Gewalterfahrungen erheblich häufiger vorkommen und weitaus schädlicher wirken, als bislang allgemein angenommen wurde. Man beginnt gerade erst, die dauerhaften Folgen unserer endemischen gesellschaftlichen Gewalt zu erkennen. Beispielsweise hat ein Forscherteam eine sehr ambitionierte Langzeitstudie initiiert, in welcher der Lebensweg einer Gruppe von Mädchen, die in ihrer Kindheit nachweislich sexuellen Mißbrauch erlebt hatten, in der Adoleszenz und im Erwachsenenalter verfolgt wurde. Diese Studie veranschaulicht in bislang nicht erreichter Deutlichkeit, wie tiefgereifend sich Kindheitstraumata auf die menschliche Entwicklung auswirken. Studien dieser Art verleihen den ohnehin schon massiven Belegen für die hohen Kosten von Gewalt noch mehr Gewicht.

Wie ich in meinem Buch vorausgesagt habe, ist die wissenschaftliche Erforschung psychischer Traumata nach wie vor äußerst umstritten. Viele Kliniker, Forscher und politische Förderer der Arbeit mit Traumatisierten sahen und sehen sich immer wieder heftigen Angriffen ausgesetzt. Doch hat die Traumaforschung die vielfältigen Versuche, sie zu diskreditieren und sie letztendlich "verschwinden" zu lassen, bisher überlebt. Im Gegenteil sind die wissenschaftlichen Bemühungen um die Erforschung der traumatischen Belastung in den letzten Jahren sogar tatsächlich ausgeweitet worden und haben an Qualität gewonnen. Die Diskussion über die grundsätzliche Frage, ob eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) überhaupt existiert, ist offenbar abgeschlossen. Nach Definition der Umrisse des Feldes ist die Pionierphase beendet, und die Forschungsarbeit ist sowohl technisch differenzierter als auch in mancher Hinsicht alltäglicher geworden. In einer neuen Generation von Untersuchungen wird damit begonnen, unser Verständnis der Wirkung traumatischer Ereignisse zu erweitern und zu präzisieren.

Einige der interessantesten Fortschritte im Bereich der Traumaforschung wurden durch technisch innovative Laborstudien über die biologischen Aspekte von PTBS gewonnen. Mit ihrer Hilfe wurde festgestellt, daß Traumaexpositionen dauerhafte Veränderungen im endokrinen System sowie im autonomen und zentralen Nervensystem bewirken können. Durch neuartige Forschungsansätze wurden komplexe Veränderungen in der Regulierung von Streßhormonen und in der Funktion und sogar der Struktur bestimmter Gehirnbereiche infolge von Traumata entdeckt, und es wurden Abnormitäten insbesondere im Bereich der Amygdala und des Hippocampus gefunden, Hirnstrukturen, durch die eine Beziehung zwischen Angst und Erinnerungsvermögen hergestellt wird.

 

AUS DEM INHALT

 
Teil 1: TRAUMATISCHE STÖRUNG
Eine vergessene Geschichte
Angst
Nichtzugehörigkeit
Gefangenschaft
Kindesmißbrauch
Eine neue Diagnose

Teil 2: STATIONEN DER GENESUNG
Eine heilende Beziehung
Sicherheit
Erinnern und Trauern
Wiederanknüpfung
Die therapeutische Gruppe

Anzahl:

Diesen Artikel haben wir am Freitag, 23. November 2012 in unseren Katalog aufgenommen.

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